Politik

50 Milliarden Investition verspricht Bahn-Chef Grube

Bahn-Zentrale

Glaubt man dem Vorstandschef der Deutschen Bahn, Rüdiger Grube, so sollen mindestens 50 Milliarden € in den kommenden Jahren, für neue Züge und in Schienenwege investiert. Eingesetzt werden soll hierfür, die Dividende, die bisher gezahlt wurde, sowie der Gewinn dieses Staatsunternehmens. Der Manager hat hierfür aber noch eine weitere Lösung, denn er schlägt vor, die Gewinne der Bahninfrastruktur (Bahnhöfe und Schienennetz) in einen speziellen Bundesfonds einfließen zu lassen.

Die Mittel, die aus diesem Fonds wachsen, sollten dann wieder vollständig in das Schienennetz investiert werden, das forderte Grube, als er für die Donnerstagsausgabe des Handelsblatts ein Interview gab. Allein im Jahr 2012 wurde von der Bahn ein operativer Gewinn der 1,1 Milliarden € beträgt erzielt, dieser setzte sich aus den Bahnhöfen und dem Schienennetz zusammen. In dem Gespräch mit dem "Handelsblatt" beklagte Grube nun aber auch den Investitionsstau, der heute schon bei der Bahn mit 30 Milliarden Euro zu Buche schlägt.

Um Brücken, Schienen und Signale instand halten zu können, fehlen jährlich bis zu 1,2 Milliarden Euro, was Grube mit großer Sorge sieht. Deshalb hofft er darauf, dass der CSU-Politiker auch weiterhin Bundesverkehrsminister bleibt.

Der Vorstandchef der Deutschen Bahn, hat bisher sehr gut mit Ramsauer zusammengearbeitet und erhofft sich deshalb auch in Zukunft einen Verkehrsminister, der von dieser Sache auch etwas versteht und vor allem die gesamte Legislaturperiode durchhält. An dem CSU-Politiker schätzt Grube am meisten seinen gesunden Menschenverstand.

An diesem Wochenende wird die Koalition aus CDU/CSU und SPD das neue Regierungspersonal festlegen. Die Bahn zahlt derzeit 525 Milliarden Euro jährlich an Dividende dem Bund. In welcher Höhe die Ausschüttung im Jahr 2013 sein wird, ist jedoch noch fraglich. Zu Beginn des Jahres wurde die Steigerung des Gewinns prognostiziert. Dieser sollte von 2,7 Milliarden im letzen Jahr bis 2,9 Milliarden 2013 anwachsen, doch nun rechnet man mit höchstens 2,2 Milliarden, was wesentlich weniger ist als die. Genau das wollte Grube auf der letzten Aufsichtsratssitzung, den Kontrolleuren detailliert erläutern. Gründe, weshalb die prognostizierte Gewinnsteigerung nicht eintreten wird, sind in einer schwachen Konjunktur, welche den Güterverkehr schwer belastete, der Sonderbelastung durch das Unwetter, sowie Lärmschutzmaßnahmen und Fahrgastschädigungen zu suchen. So hat Grube die Kosten, die durch den Einbau leiserer Bremsen in die Güterwaggons entstanden sind, gegenüber dem "Handelblatt" mit 250 Millionen Euro beziffert. Und auch das Ende der EEG-Umlage, so wie es aus Wettbewerbsgründen von der EU-Kommission gefordert wird, würde hierbei mehrere Hundert Millionen zusätzlich kosten. Die Deutsche Bahn ist einer der größten Stromverbraucher des Landes und bezahlt deshalb schon jetzt 150 Millionen Euro im Jahr für Fahrstrom, obwohl nach dem Gesetz für erneuerbare Energien schon eine weitgehende Freistellung von Umlagen besteht.

Foto: Bahn-Zentrale (über dts Nachrichtenagentur)

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