Politik

Bundestagsabgeordnete kommen immer häufiger aus dem öffentlichen Dienst

Bundestagssitzung im Plenarsaal des Reichstags

Der neue Bundestag verfügt über 630 Abgeordnete, von ihnen sind 149 im öffentlichen Dienst beschäftigt. Die „Welt am Sonntag“ schreibt, dass die Angestellten aus dem öffentlichen Dienst fast ein Viertel im Bundestag ausmachen. Misst man diesen Anteil an den ca. 41 Millionen Deutschen, die erwerbstätig sind, so ist der öffentliche Dienst überdurchschnittlich stark im Bundestag vertreten. Ungefähr 11 Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland arbeiten im öffentlichen Dienst.

Gegenüber der „Welt am Sonntag“ sagte Frank Zitka vom Deutschen Beamtenbund, dass die Beschäftigten im öffentlichen Dienst eine Beurlaubung besser organisieren können als Mitarbeiter in der freien Wirtschaft. Zitka sagt, dass es gerade für kleinere Unternehmen, beispielsweise Autowerkstätten mit nur wenigen Mitarbeitern, kaum zu ermöglichen ist, Mitarbeiter zu beurlauben. Diese Problematik ist noch größer bei Notaren und Rechtsanwälten.

Nach Angaben der Anwaltskammer praktizieren ungefähr 160.000 Anwälte in Deutschland. Von ihnen sind 80 im Bundestag vertreten, das sind mehr als doppelt so viel wie im Jahr 1961.

Stark gesunken ist hingegen die Anzahl der Abgeordneten aus Land- und Forstwirtschaft. Im Jahre 1961 waren im Bundestag noch 52 von ihnen vertreten, während es heute nur noch 15 sind. Der neue Bundestag ist heute mit 630 Abgeordneten jedoch wesentlich größer als noch im Jahre 1961, als er lediglich 499 Abgeordnete zählte. Die Landwirte stellten damals über zehn Prozent der Abgeordneten, heute sind das nur noch ca. 2,4 Prozent.

Der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes, Bernhard Krüsken, sagte, dass die Landwirtschaft unterrepräsentiert ist. Es ist daher schwierig, für landwirtschaftliche Unternehmer sowie deren Mitarbeiter und Familien eine gute Politik zu betreiben. Der Anteil der Unternehmer im Bundestag ist ebenfalls stark gesunken. Im Jahre 1961 waren es noch 71, jetzt sind es mit 35 noch weniger als die Hälfte, was von der Stiftung Familienunternehmen kritisiert wurde. Brun-Hagen Hennerkes, Vorstand der Stiftung, wies darauf hin, dass die Regierung einer Industrienation auf das Wissen und die Erfahrung der Unternehmer angewiesen ist. Im Bundestag sind 7,5 Prozent der Abgeordneten Unternehmer, noch weniger als deren Anteil insgesamt an den Erwerbstätigen.

Foto: Bundestagssitzung im Plenarsaal des Reichstags (über dts Nachrichtenagentur)

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