Wirtschaft

Das Organspende-System soll verstaatlicht werden, fordert Künast

Renate Künast

Der Transplantationsskandal hat ganz Deutschland schwer erschüttert. Jetzt ein Jahr danach fordern Politiker von den Grünen und von der Linkspartei eine Reform bei dem Organspende-System. Besonders die Fraktionsvorsitzende von den Grünen Renate Künast ließ ihrer Kritik freien Lauf und fordert eine öffentlich-rechtliche Institution, die für die Koordination der Organspenden verantwortlich sein soll. Diese Aufgabe unterlag bisher bei der Deutschen Stiftung für Organtransplantation der DSO, bei Eurotransplant und auch bei der Bundesärztekammer.

Es genüge nicht länger, so Künast, dass die Bundesregierung immer nur kleine Änderungen akzeptiert, es müssen von Grund auf neue Reformen her. Man könne sich dem nicht länger verschließen oder Reformen gar verweigern. Auch Kathrin Vogler die Bundestagsabgeordnete von der Linkspartei und stellvertretende Vorsitzende des Gesundheitsausschusses ist ebenfalls der Meinung, dass man hier sehr grundsätzliche Änderungen vornehmen sollte. Es müsse auch ein neues System überlegt werden in Bezug auf die Hirntoddiagnostik. Es ist eine Grundvoraussetzung für die Transplantation, das die Diagnose des Hirntods ausführlich behandelt wird, da die Organe nach Feststellung des Hirntods noch aktiv und funktionsfähig sind.

Es ist immer noch sehr umstritten, wie der Patient einzugliedern ist und ob der Patient beim Hirntod schon tot oder sterbend ist. Jetzt, da der Skandal bekannt geworden ist, wurde sofort bei den Kliniken verankert, dass eine Manipulation der Wartelisten auf jeden Fall ein Straftatbestand ist.

Eine Genehmigung vom Bundesministerium für Gesundheit muss inzwischen ebenfalls vorliegen, auch dies gehört mittlerweile zu den Richtlinien der Bundesärztekammer. Damit die Spendebereitschaft der Bevölkerung wieder zunimmt, hat das Ministerium eine 180.000 Euro teure Kampagne gestartet. Hier sieht man den Bedarf für weitere Änderungen nicht gegeben.

Eine Verstaatlichung fordert auch die Bundestagsabgeordnete Elisabeth Scharfenberg von den Grünen. Sie findet es auch nicht gut, wenn die Regelung des Transplantations-Systems weiterhin so bestehen bleibt. Es beginnt derzeit ein Prozess gegen einen Chirurgen von den Transplantationszentren Göttingen und Regensburg, denn ihm werden Totschlag und Köperverletzung mit Todesfolge zur Last gelegt.

Foto: Renate Künast (über dts Nachrichtenagentur)

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