Wirtschaft

Die Bankenbranche soll nicht pauschal verurteilt werden, warnt die Bundesbank

Banken-Hochhäuser

Im Streit zwischen den Banken und der Politik kam nun wieder etwas Bewegung, denn die Bundesbank wandte sich gegen die pauschale Verurteilung in dieser Branche. So betonte Andreas Dombret der Vorstand der Bundesbank ist, gegenüber dem "Handelsblatt" vom Montag, das er davor warne, ein Fehlverhalten von Einzelnen, auf das ganze Bankwesen hochzurechnen.

Hierbei berief er sich insbesondere auf die Manipulation von Referenzzinsen, welche von Händlern ausginge und meint hierbei vor allem den Libor, dieser dient insbesondere zur Berechnung der verschiedensten Finanzprodukte. Andreas Dombret sagt hierzu weiter, es sei nicht gerechtfertigt, jeden Mitarbeiter, der bei einer der beschuldigten Banken arbeitet, als kriminell zu benennen. Denn die meisten Institute wissen gar nichts von der einer Festsetzung dieser Referenzzinsen und sind somit auch nicht daran beteiligt. Dombret ist als Vorstand der Bundesbank insbesondere für die Stabilität der Finanzen zuständig. Die Bundesbank reagiert damit vor allem auf den Streit, der zwischen Bankmanagern und Politikern andauert.

So hatte sich der amtierende Bundesfinanzminister Schäuble gegen die Regulierungsphase der Banken ausgesprochen. Er sagte hierzu in einem Interview im "Handelsblatt, dass die Kreativität die von den Banken beim Umgang mit der Regulierung an den Tag gelegt wird, noch sehr groß sei.

Doch der Präsident vom privaten Bankenverband und Deutsche Bank Co-Chef, Jürgen Fitschen hält dagegen und sagte, dass er es als populistisch und unverantwortlich betrachte, wenn die Fortschritte die im Bankenbereich bereits erreicht werden, nicht gesehen werden. Obwohl Dombret die Banken in gewisser Weise in Schutz nimmt, fordert er ein härteres Durchgreifen gegen die schwarzen Schafe in diesen Häusern. Hierzu sagte er, dass ein Prozess der Selbstreinigung im Gange wäre, der auch dringend notwendig ist, doch dazu sollte man auch den Banken die Möglichkeit einräumen. So sollte in Zukunft der Maßstab bei null Toleranz angesetzt werden. Dombret sieht aber auch die Forderung das Banken bei neuen Vorschriften eine Auszeit zu nehmen, als sehr kritisch an. So sollte es eine solche Regulierungspause erst dann geben, wenn auch die internationale Reformagenda restlos abgearbeitet ist. Das betrifft besonders "Too big to Fail" denn gerade dieses Problem sollten über sehr wirksame und weltweit gültige Regime zur Abwicklung gelöst werden, so der Top-Bundesbanker weiter. Doch ebenso gibt es auch bei den außerbörslichen Derivaten, Handlungsbedarf. Denn letztendlich gehe es nicht ausschließlich um die Bankenregulierung, sondern ebenso um das sicherer machen der zentralen Gegenparteien und Schattenbanken. Und gerade bei den Referenzzinsen hofft die Bundesbank auf eine Selbstverantwortung, die von den Kreditinstituten ausgeht, da diese ausschließlich von Banken und deren Kunden genutzt werden. Das sei auch der Grund, weshalb man bei der Festsetzung dieser Referenzsätze auch die Privatwirtschaft nicht die Verantwortung entziehen kann. Das die Manipulation auch immer schwieriger wird je mehr dieser Institute mitwirken. Dombret ergänzt hierzu weiter, dass man deshalb einem großen Teilnehmerkreis sehr positiv gegenüberstehe.

Foto: Banken-Hochhäuser (über dts Nachrichtenagentur)

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