Wirtschaft

Einigkeit der Ökonomen bei US-Haushaltsstreit

US-Flagge

Der Chef vom HWW, dem Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts, Thomas Straubhaar sieht schwerwiegende Folgen bezüglich des Haushaltsstreits der USA. Dieser habe Auswirkung auf die Weltfinanzmärkte und auf die globale Entwicklung.

Als Ökonom sieht Straubhaar keine Verständigung der Parteien und so wird der US-Präsident Obama einen Bruch der Schuldengrenze als auch der Verfassung ins Auge fassen müssen.

Die Auswirkungen auf Finanzmärkte werden dramatisch sein, denn die USA kann dann der Nachfrage nicht mehr gerecht werden, was einen Einfluss auf die Weltwirtschaft bedeutet. Als Folge der Krise sind neue und höhere Schulden zu erwarten. Straubhaar fürchtet, dass damit die steigenden Zinsen Euro-Krisenländer ebenfalls mit mehr Schulden rechnen müssen.

Europa habe einen guten Weg aus der Krise, doch könnte dies zunichtegemacht werden. Andere Ökonomen sehen aber keine problematischen Konsequenzen für Europa. Der Präsident des DIW, des deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Marcel Fratzscher, ist der Meinung, dass man allenfalls mit einer leichten Schwächung zu rechnen habe. Bevor alles eskaliert, wird man sich am Ende doch noch einigen.

Es gibt einige Ökonomen, die sehen die große Verbreitung der Schulden als gefährlich an. So auch der Chefökonom von Citigroup, Wilem Buiter, denn er ist der Meinung, dass die Grenzen der Sparprogramme längst erreicht sind und somit ein Staatsbankrott droht.

Für Griechenland wird es sehr bald wieder Umschuldungen geben und Zypern dürfte sehr bald betroffen sein, denn auch hier muss man eine Umschuldung von Miliardenkredite vornehmen. Spanien habe inzwischen sehr große Fortschritte gemacht, doch Italien ist nach wie vor in Gefahr, dass die Probleme akut werden. Das sei auf die nicht funktionierenden Institutionen der Politik zurückzuführen. Diese Institutionen arbeiten nach Meinung von Buiter noch sehr viel schlechter, als in den USA.

Die Haushaltslage der Länder müsse schnellstmöglich bereinigt werden, denn sonst könnte die Gefahr bestehen, die Schulden über eine Notenpresse abzutragen, wodurch die Inflation kurzfristig ansteigen könnte. Doch der Präsident Fuest von ZEW ist der Ansicht, dass die Politik die EZB unbedingt als Akteur zu entfernen habe.

Foto: US-Flagge (über dts Nachrichtenagentur)

Leave a Comment