Wirtschaft

Euro-Rettungskredite gehen verloren – Täuschungsvorwurf an Bundesregierung

Bernd Lucke

Bernd Lucke, der Gründer der Alternative für Deutschland (AfD), einer Partei, die dem Euro kritisch gegenübersteht, macht der Bundesregierung schwere Vorwürfe. Er wirft der Bundesregierung vor, dass sie den Schuldenschnitt für Griechenland so lange hinauszögern will, bis die Wahl im September stattgefunden hat, und dass sie die Bürger täuschen würde. Der Wirtschaftsprofessor Bernd Lucke sagte in einem Interview in der Dienstagsausgabe der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, dass Griechenland praktisch bankrott sei und dass das Land nur noch über Kredite aus dem Eurorettungsschirm ESM und über die Bundestagswahl gerettet werden würde. Für den deutschen Steuerzahler würde der Schuldenschnitt für Griechenland teuer werden, er würde zwischen 25 und 30 Milliarden Euro ausmachen. Wie Lücke, ein Wirtschaftswissenschaftler der Universität Hamburg, sagt, sei das Geld verloren, da es durch eine unsinnige Rettungspolitik verspielt werden würde. Die kapitalgedeckte Altersvorsorge vieler Bundesbürger sei nach Ansicht von Lücke durch die Euro-Krisenpolitik gefährdet.

Die Leitzinsen der Europäischen Zentralbank wurden auf ein derart niedriges Niveau herabgesetzt, dass allein die Inflation schon zur Aufzehrung der Ersparnisse der Bürger führen würde.

Lücke wehrte sich in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ gegen die von der CDU vorgebrachte Kritik, dass zahlreiche Arbeitsplätze in Deutschland vor allem in der Exportwirtschaft gefährdet seien, wenn es zu einer Auflösung des Euros käme. Die Alternative für Deutschland setzt sich dafür ein, dass die wirtschaftlich schwachen Länder aus Südeuropa aus der Euro-Gesellschaft ausscheiden sollten. Wie Lücke erklärte, würde der Ausstieg von schwachen Ländern wie Griechenland, Spanien, Italien, Portugal und Zypern lediglich ca. 9 Prozent der deutschen Exporte ausmachen, es wären also nicht Hunderttausende Arbeitsplätze von dieser Entwicklung betroffen. Lücke ist der Meinung, dass die deutschen Exporte nach dem Ausstieg dieser Länder aus dem Euro sogar noch ansteigen könnten, vor allem dann, wenn sich die betroffenen Länder wieder erholen würden. Die CDU in Südwestdeutschland hat die Union vor der Bundestagswahl dazu aufgefordert, den Initiativen der AfD Einhalt zu gebieten und dafür eine Kampagne für den Euro zu führen. Einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Allensbach zufolge erreicht die AfD gegenwärtig gerade einmal 3,5 Prozent der Stimmen; dieser Anteil wird von anderen Instituten sogar noch niedriger eingeschätzt.

Foto: Bernd Lucke (über dts Nachrichtenagentur)

Leave a Comment