Wirtschaft

Großkonten können auf Zypern nicht mehr bestehen

Euroscheine

Bei der Sdk, der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger, hat man kein Vertrauen mehr in zyprische Konten, auf denen mehr als Hunderttausend Euro lagern. Dafür sorgte der Beschluss der Euro-Finanzminister, Zypern durch einen Rettungsplan zu helfen. Für jeden Investor würde das bedeutet, dass nicht mehr als 100.000 Euro angelegt werden dürfen, wenn man von Aktiendepots und Sondervermögen absieht, sagt Daniel Bauer, SdK-Vorstandsmitglied. Ferner solle man beachten, dass Bankaktien und Bankanleihen noch stärker durch Risiko belastet sind, weil die Institute nicht mehr ausnahmslos den Schutz des Staates genießen. Doch abgesehen davon konnte Bauer den aktuellen Zypern-Beschluss trotzdem loben. Die Lösung in Zypern sei die mit Sicherheit am wenigsten bedenklichste und am meisten nachvollziehbare Rettungsmaßnahme. Es sei korrekt, ein Bankinstitut zu schließen, weil es überschuldet ist, auch wenn dadurch Gläubiger und Eigentümer ihre Einlagen nicht zurückbekommen.

Es sei ebenfalls richtig, Einlagen, die mehr als 100.000 Euro umfassen, zu beteiligen, sollte die Not leidende Bank sie auf keinen Fall mehr zurückerstatten können. Dadurch könne man wichtige Marktmechanismen beibehalten sowie den geltenden ordnungspolitischen Rahmen unverletzt lassen. Des Weiteren hätte es Bauer für fatal gehalten, wenn erst einmal Kunden der vernünftig wirtschaftenden Banken belastet worden wären, wodurch Gläubiger und Eigentümer allerdings ungestraft entkommen wären.

Seiner Meinung nach müsse gelten, dass zuerst die Eigentümer, anschließend die Gläubiger und als aller letztes die Kunden haften. Von der Seite des Staats aus müssten außerdem nur die 100.000 Euro der Einlagensicherung garantiert werden. Darüber hinaus sei man zu nichts verpflichtet. Als negatives Beispiel zog er Griechenland heran. Es sagte, es sei unverantwortlich, die Inhaber der Staatsanleihen des Landes zur Kasse zu bitten, damit die Banken gerettet werden können.

Man kann also nur abwarten und sehen, wie sich die Situation entwickelt. Mit der Wiedereröffnung der Banken ist schon einmal ein wichtiger Schritt getan. Als Nächstes müssen die Restriktionen beseitigt werden, um zu einem möglichst normalen Zustand zurückzukehren.

Foto: Euroscheine (über dts Nachrichtenagentur)

Leave a Comment