Wirtschaft

IG-Metall-Vize fürchtet mehr Lohndumping durch Werkverträge

Gartenarbeiter auf einem Blumenbeet

Detlef Wetzel, IG-Metall-Vize, fürchtet mehr Lohndumping durch Werkverträge. Er sagte, dass die Missbrauchsfälle zunehmen werden, da immer mehr Unternehmen mit Werkverträgen statt mit Leiharbeit arbeiten. Gegenüber der „Welt“ sagte er, dass es eine sich ausbreitende Praxis sei, Dumpinglöhne über Scheinwerkverträge zu zahlen.

Da die rechtlichen Bedingungen sehr unscharf sind, ist kaum nachweisbar, ob Scheinverträge vorliegen. Daher sei die Illegalität kaum zahlenmäßig zu belegen. Wetzel sieht auch Probleme bei legalen Werkverträgen, da Tätigkeiten vor allem beim Verpacken, in der Logistik und in Forschung und Entwicklung zum Zweck des Lohndumpings ausgelagert werden.

Der IG Metall geht es um die Frage, welche Auslagerung sinnvoll ist und was ausgelagert wurde, um eine billigere Produktion zu ermöglichen. Schätzungen zufolge sind ungefähr 25 Prozent der Mitarbeiter der Branche über einen Werkvertrag beschäftigt, um Kosten zu sparen. Die Folge sind Dumpinglöhne für die Mitarbeiter. Wetzel glaubt nicht, dass es um Flexibilität geht, sondern eher um Geld. Auch bei der Zeitarbeit wurde zuerst davon gesprochen, mehr Flexibilität zu schaffen, doch vorrangig ging es um Kosteneinsparungen. Wetzel warnte die Arbeitgeber vor Protestaktionen der Arbeitnehmer, da die Mobilisierungsbereitschaft in den Betrieben groß ist. Schnell würden sich die betroffenen Mitarbeiter im Niedriglohnsektor mobilisieren lasen, für mehr Lohn zu streiken oder zu demonstrieren. In den großen Firmen ist dieses Thema bei den Mitarbeitern brisant. Die IG Metall will die Mitarbeiter genau wie bei der Leiharbeit gegen Werkverträge mobilisieren. Wetzel sprach sich für die Mitbestimmung bei der Vergabe von Werkverträgen aus.

IG-Metall-Vize Wetzel sagte, dass die Vergabe von Werkverträgen mit Konsequenzen für die Mitarbeiter verbunden ist. Gemäß Aussage von Detlef Wetzel sollte dem Missbrauch von Werkverträgen durch eine Mitbestimmung durch Betriebsrat Einhalt geboten werden. Sollte Auslagerung nur dafür benutzt werden, Tarifverträge zu umgehen, sei eine Mitbestimmung durch den Betriebsrat jetzt wichtiger denn je. Schließlich habe sich das Unternehmen ausdrücklich zu den Tarifverträgen bekannt.

Foto: Gartenarbeiter auf einem Blumenbeet (über dts Nachrichtenagentur)

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