Wirtschaft

Karriere nicht mehr um jeden Preis

Junge Leute vor einer Universität

Da der Kampf um die Hochschulabsolventen immer härter wird, müssen die Unternehmen einen radikalen Kurswechsel hinnehmen: Die künftigen Führungskräfte möchten keine mangelnde Flexibilität und keine starre Hierarchie, sie möchten mehr als nur Arbeit im Leben. Das geht aus einer Umfrage hervor, welche im Handelsblatt Ernst & Young veröffentlicht wurde. 74 Prozent der Befragten setzen vor allem auf ein funktionierendes soziales Umfeld.

2009 waren es bloß 58 Prozent, die dort den Schwerpunkt setzten. Aktuell sind es nur 52 Prozent, die Karriere und Erfolg auf die oberste Prioritätenliste setzen. Ganze 22 Prozent träumen nicht von einer Führungsposition. Es sind eher gute Entwicklungsmöglichkeiten sowie ein vernünftiges Verhältnis zwischen Leben und Arbeit, die die Hochschulabsolventen heutzutage präferieren. Um weiterhin genug Nachwuchs in den führenden Positionen zu bekommen, müssen die Unternehmen umstrukturieren und bessere Angebote schaffen. Viele streben ebenfalls nach Arbeitsplätzen mit einer kollegialen Arbeitsatmosphäre. Nach diesen Vorgaben müssen nun die Arbeitgeber versuchen, die Absolventen zu werben. Nur wer sich perfekt anpasst, kann in Zukunft mit Nachwuchs rechnen. Die Vergütung der Arbeit steht bei den Befragten nur auf Platz Nummer 5. Man möchte sich heute viel mehr im Job verwirklichen als einfach nur Unmengen Geld verdienen. Das benötigt eine höheres Maß an Gestaltungsspielraum.

Wenn sich die Unternehmenskultur entsprechend anpasst, sollte es zu keinen Schwierigkeiten kommen. Ansonsten könnte es bei der Rekrutierung neuer Führungskräfte eng werden. Die Personalexpertin rät zur offenen Kommunikationskultur: „Es ist nicht mehr ausreichend, Dinge zu befehlen.“ Weiterhin müsse der Arbeitgeber vor allem Flexibilität bieten, um Nachwuchsleute zu werben. Das setzt mehr Freiheiten bei den Arbeitszeiten voraus, ebenso aber die Wahl eines Arbeitsortes. Wichtig ist es auch, dass viele berufliche Aussichten angeboten werden. Sollten diese Aspekte unberücksichtigt bleiben, wird man im harten Kampf um den besten Nachwuchs eher schlechte Chancen haben. Je früher man mit der Umgestaltung anfängt, umso mehr Absolventen wird man für sich überzeugen können.

Foto: Junge Leute vor einer Universität (über dts Nachrichtenagentur)

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