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Kinderbetreuungskosten: Anerkennung bei nichtehelicher Lebensgemeinschaft

Kinderbetreuungskosten: Anerkennung bei nichtehelicher Lebensgemeinschaft (Stand: 09.07.2010)

Leben Eltern in nichtehelicher Lebensgemeinschaft zusammen, kann derjenige die Betreuungskosten geltend machen, der sie getragen hat. Trifft dies auf beide Elternteile zu, kann jeder seine Aufwendungen grundsätzlich nur bis in Höhe des hälftigen Abzugshöchstbetrages (2 000 EUR) absetzen. Doch die Eltern können gemeinsam eine andere Aufteilung beantragen. Den vereinbarten Anteil trägt dann jeder in der "Anlage Kind" (2009: in Zeile 90) ein und fügt einen gemeinsamen formlosen Antrag bei. 
Das Thüringer Finanzgericht hat wie folgt entschieden:

  • Der 2. Senat des Gerichts vertritt die Meinung, dass zusammenlebende Eltern, die gemeinsam wirtschaften, Kinderbetreuungskosten auch dann gemeinsam getragen haben, wenn diese vom Konto nur eines Elternteils bezahlt wurden. Bezahlt also die Mutter die Kosten, kann der Vater sie absetzen – wahlweise bis zu 100 %. "Die Mittelherkunft ist für den Ausgabenabzug nicht bedeutsam" (FG Thüringen vom 27.5.2009).
  • Dem gegenüber kommt der 1. Senat des Gerichts zum gegenteiligen Ergebnis: Wenn ein Elternteil die Kosten von seinem Konto bezahlt, kann der andere Elternteil diese nicht wie Werbungskosten geltend machen (FG Thüringen vom 25.11.2009).

Es ist anerkannte BFH-Rechtsprechung, dass ein Steuerbürger Aufwendungen auch dann steuerlich absetzen kann, wenn eine andere Person ihm den entsprechenden Geldbetrag zuvor geschenkt hat oder unmittelbar für ihn bezahlt (abgekürzter Zahlungsweg). Dies gilt ebenfalls, wenn die andere Person den Betreuungsvertrag unterschrieben und die Kosten alleine bezahlt hat (abgekürzter Vertragsweg). Und genau diese Grundsätze kommen hier bei der Bezahlung von Kinderbetreuungskosten zur Anwendung.

(Stand: 09.07.2010)

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