Wirtschaft

Kirche weißt Kritik an Weltbild-Insolvenz zurück

Bahn-Zentrale

Die Insolvenz des angeschlagenen Weltbild-Verlags scheint nicht mehr abzuwenden zu sein. Doch die katholische Kirche wehrt sich vehement gegen die Vorwürfe, dass die Insolvenz des Verlages durch sie fahrlässig verursacht wurde. Der Erzbischof von München, Kardinal Reinhard Marx sagte hierzu in der Montagsausgabe der "Süddeutschen Zeitung", dass die Kirche als Gesellschafter des Verlages nicht verantworten konnte, über kurz oder lang die Millionensummen im dreistelligen Bereich aus den Kirchensteuermitteln begleichen zu müssen. Kardinal Marx sagte aber auch, dass man den Mitarbeitern mit umfangreichen Hilfen zur Seite stehen wird, denn sie seien keineswegs Unternehmer, die mit ihren Mitarbeitern so skrupellos umgehen und diese davonjagen.

Bereits am Freitag wurde von der Holding dieser Verlagsgruppe die Insolvenz angemeldet. Dies wurde erforderlich, nachdem sich die Gesellschafter der zwölf Bistümer Deutschlands, die Militärseelsorge sowie der Verband der Diözesen, die tags zuvor bereits weitere Millionenzuschüsse, die zur Sanierung dieses Unternehmens erforderlich waren, abgelehnt haben. Zunächst betrifft es die 2.200 Mitarbeiter, welche in der Augsburger Konzernzentrale arbeiten, diese werden bis Ende März aller Voraussicht nach, das Insolvenzgeld erhalten. Welche Auswirkungen die Insolvenz auf die anderen 4.600 Mitarbeiter haben werde, sei jedoch noch völlig unklar.

Bereits seit mehreren Jahren leidet das Unternehmen schon unter der ständig zunehmenden Konkurrenz, so ist der zweitgrößte Buchhändler in Deutschland massiv in große finanzielle Schwierigkeiten geraten. Leider konnten sich diesbezüglich auch die Bistümer nicht über eine neue Struktur oder den Ausstieg aus dieser Verlagsgruppe einigen. Trotzdem wurden dem Verlag für die Sanierung weitere 65 Millionen Euro zugesagt so Marx weiter. Marx hielt aber ebenso an der Entscheidung der Gesellschafter fest, über die zugesagten 65 Millionen Euro, keine weiteren Millionen in die Erhaltung des Unternehmens zu stecken.

Weiter sagte Kardinal Marx hierzu, "Das man sehr überrascht war, als die Geschäftsführung den Kapitalbedarf letzte Woche nannte". Er war doppelt so hoch, wie man angenommen hatte, und sollte kurzfristig von den Gesellschaftern aufgebracht werden. Hinzu kommt, dass es hierzu nur sehr vage aufgestellte Geschäftsprognosen gäbe und auch weitere Folgekosten nicht absehbar seien. Der Kardinal sagte weiter aber auch, das die Kirche sich der Verantwortung, die sie für die Mitarbeiter habe bewusst sei, aber ebenso trage sie auch die Verantwortung für die Kirchensteuerzahler.

Foto: Bahn-Zentrale (über dts Nachrichtenagentur)

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