Wirtschaft

Nach Ansicht der Dekabank keine Blase an Märkten

Frankfurter Wertpapierbörse

Die Dekabank sorgt sich nicht um die Rekordhochs am Aktienmarkt in Deutschland und den USA. Chefanlagestratege der Deka, Frank Hagenstein, sagte gegenüber dem „Handelsblatt“, dass die Deka weiterhin positiv gestimmt sei, was die Aktienmärkte betrifft. Er räumte jedoch ein, dass die Kurse durch die Notenbanken getrieben werden, und sprach von einer liquiditätsinduzierten Hausse. Da für Anleihen und Renditen die Zinsen niedrig sind, werden durch Aktienkäufe der Notenbanken in Großbritannien, Japan und den USA viele Milliarden Dollar auf den Markt gebracht. Bei zahlreichen Investoren waren die Aktien langfristig untergewichtet. Viele institutionelle Anleger aus dem Ausland kommen jetzt an den europäischen Markt zurück, da für viele Aktien dort höhere Dividendenrenditen gezahlt werden als bei Unternehmensanleihen.

Die Deka stellt sich nicht gegen den Trend steigender Aktienkurse, die Aktienmärkte werden nach Meinung von Hagenstein nicht durch das Wirtschaftswachstum oder andere Daten getrieben. Es geht nicht um die Analyse der Konjunktur, sondern der Kapitalmärkte. Hagenstein befürchtet keine schwerwiegenden Einbrüche, wenn die US-amerikanische Notenbank Fed Geld von den Märkten abzieht und den Kauf von Anleihen reduziert. Viele Anleger haben sich bereits auf die zurückgehenden Käufe dieser Notenbank eingestellt.

Die Europäische Zentralbank steuert nicht erst seit der letzten Zinssenkung dagegen, denn schließlich betonte Mario Draghi, EZB-Chef, bereits im Juli, dass die EZB weiterhin eine expansive Geldpolitik betreibe und damit bereits zu einer Marktberuhigung beigetragen hat. Hagenstein sagte, dass Aktien noch nicht zu teuer seien, wenn man die erwarteten Gewinne der Unternehmen betrachtet. Die Deka würde von den anziehenden Börsengängen, dem Zufluss von Mitteln in Aktien sowie der Geldpolitik der EZB profitieren. Die Voraussetzungen für den Aktienmarkt in Deutschland und den USA seien damit gut. Für Hagenstein sprechen die vorhandenen Fakten gegen eine Marktblase bei den Aktien. Die Märkte werden von vielen Einflüssen getrieben und tun einiges für die Konjunkturerholung, nicht zu vergessen ist allerdings die Gefahr von Rückschlägen. Schon bei einem leichten Wirtschaftswachstum könnten viele Unternehmen gute Gewinne erzielen.

War noch vor anderthalb Jahren die Rede von einer systemischen Krise, so ist das längst nicht mehr der Fall. Die Dekabank ist der zweitgrößte Anbieter von Wertpapierfonds in Deutschland und zentrales Wertpapierhaus der Sparkassen. In einem Betrag von ca. 155 Milliarden Euro managt sie Wertpapier-Publikums- und Spezialfonds.

Foto: Frankfurter Wertpapierbörse (über dts Nachrichtenagentur)

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