Technik

Nutzer von Entertain könnten von Telekom-Drosselung betroffen sein

Deutsche Telekom

Gemäß einem Bericht der Tageszeitung „Die Welt“ könnten von der Drosselung, die von der Deutschen Telekom angekündigt wurde, auch die Nutzer des TV-Dienstes Entertain betroffen sein. Die Zeitung beruft sich auf eine Stellungnahme der Telekom bei der Bundesnetzagentur zu einem Fragenkatalog von Ende April. Im April hatte die Telekom angekündigt, bei den Internet-Flatrates künftig die Übertragungsgeschwindigkeit auf ein geringeres Niveau zu reduzieren, wenn ein bestimmtes Datenvolumen ausgeschöpft ist. Die Telekom wollte ihren eigenen Fernsehdienst Entertain nicht auf dieses Datenvolumen anrechnen, Kritiker sprachen davon, dass die Telekom damit ihre Neutralität verletzen würde.

Die Telekom hat nun entschieden, dass nicht alle Bestandteile von Entertain auf das Inklusiv-Volumen der Flatrate angerechnet werden sollen; vor allem das Live-TV-Angebot und der Zugang zum TV-Archiv sollen nicht auf die Flatrate angerechnet werden. Wie die Telekom angibt, ist noch nicht entschieden, ob auch das Angebot für Video on Demand nicht auf die Flatrate angerechnet werden soll. Video on Demand ist in Entertain integriert, bei diesem Dienst ist die Telekom offenbar in Schwierigkeiten bei ihrer Argumentation geraten, wenn es um die Gleichbehandlung aller Internetdienste geht. Video on Demand kann auch von Kunden, die Entertain nicht nutzen, über den Computer genutzt werden. Hauseigene Telekom-Dienste wie das Cloud-Angebot mit dem Mediencenter sollen im Inklusiv-Volumen enthalten sein, denn es gibt nach Angaben des Konzerns keine Sonderstellung von Internetdiensten der Telekom. Die Telekom begründet in ihrer Stellungnahme, warum sie bereits jetzt über die Pläne für 2016 berichtet. Sie gibt die Wirkungsweise der Allgemeinen Geschäftsbedingungen dafür an, denn eine spätere Anpassung an die Marktgegebenheiten ist als Verbesserung für die Kunden jederzeit möglich. Bei der Drosselung der Surfgeschwindigkeit können die Kunden von ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen, was nicht umsetzbar wäre. Angaben der Telekom zufolge wären 3,65 Prozent der Telekom-Kunden von der Drosselung betroffen, das sind 20 Prozent mehr Internet-Nutzer als bislang vermutet. Diese Kunden hatten sich für Anschlussgeschwindigkeiten von bis zu 16 MB/s entschieden.

Foto: Deutsche Telekom (über dts Nachrichtenagentur)

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