Politik, Wirtschaft

Verzögerung bei Parlamentsabstimmung zur Zwangsabgabe in Zypern

Euromünze

Die Abstimmung über die Zwangsabgabe für Bankkunden im Parlament von Zypern verzögert sich nach Angaben der zypriotischen Nachrichtenagentur CNA. Staatspräsident Nikos Anastasiades wird am Samstag, dem 23.03.2013, zu weiteren Gesprächen mit der Europäischen Union nach Brüssel reisen. Auf seiner Reise wird er von Spitzenpolitikern der zypriotischen Parteien begleitet.

Das Parlament in Zypern wird, abhängig vom Ergebnis der Gespräche, erst am Samstagabend oder am Sonntag darüber abstimmen, ob die geplante Abgabe für Bankeinlagen auf zypriotischen Konten tatsächlich erfolgen soll. Die ersten Teile des neuen Rettungspakets wurden vom zyprischen Parlament bereits am Abend des 22.03. gebilligt. Die Parlamentarier stimmten für eine Einführung von Kapitalverkehrskontrollen sowie für die Schaffung eines Solidaritätsfonds.

Der Solidaritätsfonds, der geschaffen werden soll, dient der Rekapitalisierung der Banken in Zypern. Mit den Kapitalverkehrskontrollen soll der massenhafte Geldabfluss von Zypern ins Ausland verhindert werden. Gegenwärtig sind die zyprischen Banken noch geschlossen, um Abhebungen in großem Umfang zu verhindern, jedoch sollen die Kontrollen nach der Öffnung der Banken greifen. Wie im Parlament abgestimmt wurde, soll die zweitgrößte Bank Zyperns abgewickelt werden. Der wichtigste Teil des Rettungspakets besteht in der Zwangsabgabe für Inhaber von Bankkonten.

Gemäß aktuellen Berichten in den Medien sollen Inhaber von Bankkonten, deren Vermögen mehr als 100.000 Euro beträgt, eine Abgabe von bis zu 16 % zahlen, dagegen müssen Sparer mit weniger als 100.000 Euro auf dem Konto keine Zwangsabgabe leisten. Insgesamt muss Zypern zu seiner Rettung 5,8 Milliarden Euro aufbringen. Der Internationale Währungsfonds und die Länder der Euro-Zone wollen für Zypern 10 Milliarden Euro bereitstellen.

Foto: Euromünze (über dts Nachrichtenagentur)

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