Wirtschaft

Weiteren Schuldenschnitt für Griechenland

Akropolis

Kai Carstensen der Konjunkturchef des Münchner Ifo-Instituts ist der gleichen Meinung wie der Internationale Währungsfonds (IWF). Der IWF vertritt die Meinung, dass Griechenland keine weiteren Hilfen zum Abbau des Schuldenbergs benötigt. Dies ist für Kai Carstensen keine Überraschung, denn für den Abbau der riesigen Schulden seien keine internationalen Hilfen mehr erforderlich, dies verkündete er in einigen Interviews.

Die Troika besteht aus der EU-Kommission, der Europäischen Zentralbank und dem Internationalen Währungsfonds. Diese sind einstimmig der Meinung, dass der Schuldenpfad, der von Griechenland angestrebt wird, kaum zu erreichen sei und das, obwohl es schon drastische Cuts bei privaten Investoren gab und auch öffentliche Gläubiger ihre Forderungen verringert haben.

Carstensen rechnet im Herbst damit, dass die Gläubiger hier Hilfsangebote der Regierung in Athen machen werden, damit will man den Forderungsverzicht überdecken, auch nach der Bundestagswahl wird man über neue Maßnahmen nachdenken müssen. Im Vordergrund geht es darum, den Barwert zu verringern, ohne den Nominalwert zu verändern. Eine Möglichkeit könnte der Verzicht auf Zinszahlungen sein, oder auch eine Verlängerung der Laufzeiten. Jedoch könne man sich auch noch nicht sicher sein, ob das ausreichend ist, um den Schuldenpfad zu erreichen, der angestrebt wird. Dies müsse man erst einmal abwarten. Da es für Deutschland eine erhebliche Belastung darstellt, erklärte Carstensen, der größte Teil von den griechischen Staatsschulden befinden sich in öffentlicher Hand, das bedeutet, dass jede Schuldenerleichterung ausschließlich von den Steuerzahlern der Partnerländer getragen wird.

In einem Bericht von der IWF geht hervor, die griechischen Staatsschulden befinden sich zum größten Teil in öffentlicher Hand und Griechenland wird wohl in Zukunft noch viel mehr Geld zur Schuldenerleichterung von seinen Partnern benötigen, um annähernd die Ziele des Rettungsplans erreichen zu können.

Ob man die Investoren überzeugen kann, ist entscheidend für eine Basis das geltende Sanierungskonzept. Die Frage ist, ob die Staatsschulden, die zurzeit 160 Prozent der Wirtschaftsleistung betragen, auf Dauer für das Land tragbar seien. Die IWF teilte mit, dass die Euro-Länder mit weiteren Hilfen reagieren müssen, damit der Abbau schneller vorangebracht werden kann.

Foto: Akropolis (über dts Nachrichtenagentur)

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