Politik

Widerstand der Arbeitgeberverbände gegen die neuen Regelarbeitszeiten

Mann mit Kind

Der Vorschlag der Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig von der SPD, neue Regelarbeitszeiten für Eltern einzuführen, stößt auf heftigen Widerspruch bei der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA).

Der Bild-Zeitung gegenüber erklärte ein Sprecher des Verbandes, dass niemand starre vom Staat vorgegebene Regelungen zur Arbeitszeit bräuchte. Den im realen Arbeitsalltag sind flexible Arbeitszeiten längst an der Tagesordnung. Schon jetzt haben Eltern die Möglichkeit ihre Arbeitszeit zu verringern.

Es sei wichtiger den Gleichklang zwischen dem Beruf und der Familie herzustellen und die Familien darin zu unterstützen, dem Beruf und der Familie ohne Schwierigkeiten gleichermaßen gerecht zu werden. Hier, so der Sprecher des BDA weiter, müsse die Politik ansetzen und mehr Ganztagsangebote schaffen sowie die Kinderbetreuung ausbauen.

Ebenso kritisch sieht auch der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) diesen Vorschlag der Bundesfamilienministerin. Gegenüber der Bild-Zeitung erklärte der Generalsekretär des Zentralverbandes Holger Schwannecke, die Problematik, wie er sie sähe. So scheint es, meint er, dass eine grundsätzliche Reduzierung der Wochenarbeitszeit von Eltern auf 32 Stunden bei vollem Lohn, wohl leider auf Kosten der Unternehmen ginge. Hier müsse die Familienpolitik das Ganze nochmals überdenken, denn gerade kleinere Betriebe könnten keine weiteren massiven finanziellen Belastungen tragen. Vor allem, da ja schon einige Wahlversprechen auf Kosten der Beitragszahler von Sozialversicherungsbeiträgen gemacht wurden, die erhebliche finanzielle Belastungen bedeuten. Mehr können daher besonders die kleineren Unternehmen einfach nicht tragen, ohne ihre Existenz aufs Spiel zu setzen.

Vom Arbeitgeberverband Gesamtmetall kam der Hinweis auf einen vorhandenen Teilzeitanspruch in der Metallbranche. Die Mehrheit der Mitarbeiter der Elektro- und Metall-Industrie habe den Anspruch auf eine 35-Stunden-Woche und auch grundsätzlich einen Anspruch darauf in Teilzeitarbeit zu gehen. Dies erklärte Oliver Zander als Gesamtmetall-Hauptgeschäftsführer der Bild-Zeitung.

Nachholbedarf gäbe es eher in der Gesamtheit der Politik, was den Ausbau von Kinderbetreuungsmöglichkeiten betrifft. Hier müsse die Politik stärker agieren und sowohl an der Qualität als auch an der Quantität arbeiten.

Foto: Mann mit Kind (über dts Nachrichtenagentur)

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