Deutschland

Zeitarbeit: Der neue Tarifvertrag hat Symbolkraft

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Für die rund 800.000 Leiharbeiter in Deutschland besteht Hoffnung. Ab 2014 soll der Mindestlohn erhöht werden. Im Westen werden die Entgelte voraussichtlich um 3,8 Prozent und im Osten um 4,8 Prozent steigen. Dies teilten Arbeitgeber und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) im September 2013 in Berlin mit. Die unterste Entgeltgruppe kann Stundenlöhne von mindestens 8,50 Euro im Westen und 7,80 Euro im Osten erwarten.

Doch damit noch nicht genug: Bis zum Jahr 2016 soll der Mindestlohn Schritt für Schritt auf 9,00 Euro im Westen und auf 8,50 Euro im Osten angehoben werden. Erst wenn diese Zahlen geschrieben werden können, ist das Niveau des vom DGB geforderten gesetzlichen Mindestlohns erreicht. Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) zeigte sich mit dem Tarifabschluss zufrieden. Sie offenbarte, sie werde den neuen Mindestlohn umgehend für allgemeinverbindlich erklären. Ziel sei es, dass alle Beschäftigten schon ab dem 1. Januar von dem Aufschlag profitieren können.

Die Zeitarbeit strahlt in viele Bereiche der deutschen Wirtschaft aus. Die Auseinandersetzung über Mindestlöhne stellte einen der Hauptstreitpunkte im Bundestagswahlkampf dar. SPD und Grüne setzten sich für einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro ein. Die Union machte sich mit Unterstützung der FDP für branchenspezifische Lohnuntergrenzen stark, die von den Tarifpartnern ausgehandelt werden. Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt zeigt sich optimistisch.

Die Erhöhung des Mindestlohns für Leiharbeiter ist laut Dieter Hundt vertretbar. Er begründet dies damit, dass für die beiden ersten Stufen Laufzeiten von jeweils 15 Monaten vereinbart wurden. Dadurch könne für die Firmen und Betriebe, die Zeitarbeit als Flexibilitätsinstrument nutzten, eine Planungssicherheit geschaffen werden. Ob Branchenriesen wie Randstad oder kleinere Zeitarbeitsfirmen wie die Staffxperts GmbH – die Mindestlohndebatte zieht weite Kreise. Offen bleibt, ob die Kostenschübe letztendlich nicht das Geschäftsmodell gefährden und den Arbeitslosen schaden.

Die meisten Zeitarbeitsanbieter sind davon überzeugt, dass ihre Kunden diesen Preisanstieg nicht missbilligen werden. Wie bereits bei Tariferhöhungen in der Vergangenheit würde auch diesmal Akzeptanz an den Tag gelegt werden.

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